„Glauben“ und „Lieben“ lassen sich auf eine gemeinsame Wortwurzel zurückführen; sie bedeutet „gern haben und begehren, gutheißen und verehren, vertrauen und geloben, g'loben - und daraus entstand „glauben“. - Dieses alte Wort gibt uns eine Ahnung davon, wie nah beieinander das "geglaubte" Göttliche und das "liebende" Menschliche empfunden wurde. Seit Menschen über sich nachzudenken vermochten, verstanden sie sich als Teil eines großen Ganzen. Sie verehrten Bäume und Berge, die Sterne, den Himmel; sie empfanden Ehrfurcht vor den Naturgewalten; sie suchten Schutz in menschlichen Gemeinschaften; sie hüteten den Schatz überlieferter Geschichten und feierten Rituale. - Glauben ist ein Ausdruck tiefen Verbundenseins, ist ein anderes Wort für Spiritualität.

Ich glaube
- an die Kraft der Worte

- an die menschliche Fähigkeit zu kreativer Weltdeutung

- an die tiefgreifende Wirkung symbolischer Handlung 

- an die spirituelle/göttliche Gegenwart im Spiegel menschlicher Sehnsucht

- an die Kraft menschlicher Gemeinschaft in Feiern und Ritualen

- an die ursprüngliche Wortbedeutung von
  „Religion“: von neuem in Gedanken durchgehen, wieder zusammennehmen,
   auf-lesen, sammeln wie bei der Wein-lese und -kelterung (lat. (re-)legere) und
  „Meditation“: sich in Betrachtung versenken, über etwas nachsinnen,
  sich auf etwas vorbereiten (lat. meditari), wortverwandt mit „messen“: etwas geistig
  abmessen, erwägen und auch: mitteilen, verkündigen.

Das Wort "spirituell" gebrauche ich, um ein Gefühl von Einheit und von Verbundensein mit dem Universum, die Beschreibung umfassender Wertvorstellungen dem Leben gegenüber, die Kultivierung bestimmter Gefühlsqualitäten wie Ehrfurcht, Demut, Freude und Mitgefühl und die Entwicklung eines authentischen Selbst, verbunden mit einer natürlichen Art zu leben, zusammenzufassen.